Wenn heute eine Fernsehserie im Schnitt 4-5 Millionen Zuschauer (in der werberelevanten Zielgruppe) erreicht, spricht man von einem Erfolg. Schafft eine Sendung wie zum Beispiel das RTL Supertalent,
7 Millionen Zuschauer vor den Fernseher zu locken, spricht man von einer Sensation. Heute vor 24 Jahren sah das noch ganz anders aus. Am 22. Oktober 1985 lief die erste Folge der “Schwarzwaldklinik". Das deutsche Pendant zur damaligen US Serie “General Hospital” wurde in Kürze zum absoluten Quotenhit. Bis zu 28 Millionen Zuschauer sahen wöchentlich die neuste Folge der “Schwarzwaldklinik". Das entsprach einem unglaublichen Marktanteil von 60%! In 38 Länder wurde die Serie zwischenzeitlich verkauft. Für das ZDF damals ein riesiger Erfolg.
Von der “Schwarzwaldklinik” fühlten sich viele magisch angezogen. So wurden Busreisen ins Glottertal organisiert. Fans hofften dort auf die Schauspieler zu treffen. Natürlich war das nicht der Fall. Das Haus war zwar eine Klinik allerdings für Psychotherapien. Der Hype ging sogar soweit, dass sich promovierte Chirurgen und Anästhesisten um eine Anstellung in der “Schwarzwaldklinik” beworben haben, obwohl die Klinik nicht einmal über einen Operationssaal verfügte. ![]()
Ich gestehe hiermit: Meine Familie ist damals auch zur “Schwarzwaldklinik” gefahren und JA ich fand das großartig! Die Serie war übrigens auch bei prominenten Schauspielern beliebt. So traten Harald Juhnke oder Gert Fröbe öfters als Gaststars in der “Schwarzwaldklinik” auf. Insgesamt wurden 3 Staffeln in 4 Jahren ausgestrahlt. Von den Wiederholungen “lebte” das ZDF allerdings noch bis Mitte der 90er! Ein Erfolg der heute nicht mehr möglich ist!
Oder können Sie sich etwa vorstellen, dass so was mit “Alarm für
Cobra 11″ passieren könnte? ![]()
Heute vor 109 Tagen starb der King of Pop unter immer noch mysteriösen Umständen in seinem Haus in Los Angeles. Was seitdem mit seinem Erbe passiert ist, hat es so noch nicht gegeben. Der Jackson Clan wird es tatsächlich schaffen innerhalb von nur 6 Monaten eine halbe Milliarde Dollar mit dem toten Michael zu verdienen. Über 10 Mio. verkaufte Platten weltweit, hunderttausende DVD´s, Fanartikel etc. Der Michael Jackson Ausverkauf läuft auf hochtouren. Nix wird dem Zufall überlassen. Wo die öffentlichen Kameras draussen bleiben müssen (wie z.B. bei der Beerdigung) filmen die Teams des Jackson Clans weiter. Warum? Sie brauchen neues, frisches Material für die DVD, die nach dem Kinofilm “This is it” veröffentlicht wird. Diese DVD ist auch der Grund, weswegen die Kinostreifen weltweit nur 2 Wochen zu sehen ist. Ganz einfache Marketingregel: Mach etwas so begehrt, produziere geringe Stückzahlen davon und lege dann noch mal nach. Ein Beleg für diesen Ausverkauf ist auch die heute veröffentlichte, angeblich neue Single, von Michael Jackson.
“This is it” heißt der Titel der schon Ende der 80er von Jackson aufgenommen wurde und eigentlich auf das Album “Dangerous” kommen sollte. Passierte dann aber nicht, weil der Song Jacksons Ansprüchen wohl nicht genügte. Weil er das Lied selbst nicht brauchte, erlaubte er der Sängerin Safire das Material zu verwenden. Die sang das Ganze neu ein und brachte es unter dem Namen “I Never Heard” heraus - das war 1991. Und schwups ganze 18 Jahre später taucht der Titel als neuer Jackson Song wieder auf! Keine Frage: Der Song ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich herausragend. Eines ist er aber sicher: Wertvoll! Zu finden sein wird “This is it” natürlich auch auf dem neuen Jackson Doppelalbum, das pünktlich zum Filmstart erscheint. Was lernen wir daraus? Überlasse nix dem Zufall.
Das traurige ist, dass Michael Jackson bald Elvis auf der Forbes Liste der reichsten Toten von Platz 1 verdrängen wird, einen Rekord auf den der King of Pop zu Lebzeiten sicherlich nicht stolz gewesen wäre…
Viele Moderatoren haben sich schon mit einem Late Night Format versucht. Der Erfolgreichste war bisher Thomas Gottschalk, allerdings wurde er damals wegen zu niedriger Quoten bei RTL aus dem Programm gekippt. Heute wäre man bei jedem Sender froh, eine Late Night Show hätte so viele Zuschauer wie Thommy damals hatte. Einige Moderatoren haben es nach Gottschalk auch versucht: Thomas Koschwitz, Anke Engelke, Nils Ruf, Mike Krüger und eben auch der selbsternannte “Godfahter of Late Night” Harald Schmidt. Dieser hat es geschafft, am längsten dabei zu bleiben. Mit mal mehr und mal weniger Zuschauern am Bildschirm.
Nun hat nach einem langen Lernprozess (u.a. beim Godfahter of Late Night) auch Oli Pocher seine Chance bekommen. Freitag Abend, 22:15 Uhr beim Bällchensender Sat1. Pocher wechselte als Hoffnungsträger zum Münchner Sender, er soll Sat1 ein neues Image und vor allem Zuschauer bringen. Doch was gestern Abend bei der Premiere der “Oliver Pocher Show” serviert wurde, war nur lauwarme Kost. Der Protagonist sichtlich nervös, startete mit einem schwachen Stand Up in die Show. Lacher aus dem Publikum waren kaum zu hören. Verhalten auch das Grinsen von Pocher, nach jeder Pointe. Richtig schlimm wurde es erst, als Pocher seinen Vater in der Show begrüsste und als sogenannten “Sidekick” vorstellte. Zu sehen war Papa Pocher dann auch in Einspielern vom Fernsehpreis, in dem er einige Witze seines Sohnes über sich ergehen lassen musste. Die Szene wirkte sehr merkwürdig, da Papa Pocher als alter, debiler und notgeiler Opa herhalten musste. Die Einspieler mit den Parodien sind eigentlich Pochers Stärke. Stattdessen gab es eine Oktoberfest Maz in der Pocher mit ollen Gröhl-Gags versuchte witzig zu sein.
Optisch hat er mit Stargast Shakira gepunktet. Doch im Talk wirkte Pocher völlig verloren. Er sprach mit ihr über “German Würstchen” und machte natürlich auf die Vorlage auch noch einen platten Gag. Dann ging es mit Shakira schnell über die Strasse um in einer Kölner Kneipe zu kegeln. Ein witziger Einfall, doch leider nur langweilig umgesetzt. Das merkte man wohl auch bei der Aufzeichnung, weswegen am Ende viel weggeschnitten wurde. Auch als Pocher nach dem Shakira Auftritt im knappen, schwarzen Kleidchen auf die Bühne kam, wirkte er nicht wirklich souverän. Alles in allem kein guter Start, auch qutentechnisch. Viel kopiertes, schlechte Gags und ein unsicherer Moderator. Ich hoffe, dass Pocher sich bei der nächsten Ausgabe auf seine Stärken besinnt und mit guten Einspielern zurückkommt! Ansonsten wirds schon bald gefährlich im Quotenbecken!
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